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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

 

   

Anhand von historischen Karten ist sehr gut zu erkennen, wie sich aus dem Landratsbezirk Gießen im Jahr 1821 der Zuschnitt und auch die Lage des Landkreises Gießen wesentlich verändert haben.

 

Die territoriale Kleinstaaterei wurde in der „Franzosenzeit“ durch Kaiser Napoleon I beendet, der mit dem Rheinbund 1806 Mittelstaaten wie zum Beispiel das Großherzogtum Hessen (-Darmstadt) schuf. Die solmsischen Grafschaften und die Kirchenbesitztümer wurden 1803 und 1806 säkularisiert und mediatisiert und damit größeren Einheiten zugeordnet.

 

Das Gebiet des Landkreises Gießen vor 1803.

Als 1821 im Großherzogtum Hessen die Landratsbezirke geschaffen wurde, achtete man beim Zuschnitt der Bezirke darauf, dass ein Landrat mit der Kutsche an einem Tag alle seine Dörfer erreichen kann.

 

Auf den großherzoglich hessischen Teilen des heutigen Kreisgebietes gab es in erster Linie die Landratsbezirke Gießen, Grünberg und Hungen. Der Landratsbezirk Gießen dehnte sich viel weiter nach Westen aus.

 

 Das Gebiet des Landkreises Gießen im Jahre 1822.

Eine Verwaltungsreform des Jahres 1832 machte aus den Landratsbezirken nunmehr Landkreise.

 

Der Landkreis Gießen war wesentlich kleiner als der bisherige Landratsbezirk, weil bei dem neuen Zuschnitt auf die Einwohnerzahl geachtet wurde. Und durch die Stadt Gießen wäre der Gießener Landkreis ansonsten zu groß geworden.

 

 Das Gebiet des Landkreises Gießen im Jahre 1832.
1837 wurde wieder eine Gebietsreform umgesetzt, deren Hintergründe allerdings heute nicht mehr bekannt sind.  Das Gebiet des Landkreises im Jahre 1837.

Im Deutschen Krieg 1866 war das Großherzogtum Hessen (-Darmstadt) – wie die meisten Staaten des Deutschen Bundes – mit Österreich-Ungarn verbündet.

 

Nach dem preußischen Sieg annektierte das Königreich Preußen alle vormaligen Gegner nördlich der Mainlinie. Vom Großherzogtum Hessen (-Darmstadt) wurde das Hinterland (Kreise Biedenkopf und Vöhl) und auch der westliche Teil (außer Heuchelheim nördlich der Lahn) des Landkreises Gießen annektiert und der neuen preußischen Provinz Hessen-Nassau zugeordnet.

 

Das vormals kurhessische Treis/Lumda wurde aber dem Großherzogtum Hessen und damit dem Landkreis Gießen zugeordnet.

 

 Das Gebiet des Landkreises Gießen im Jahre 1866.

Infolge der Reichsgründung 1871 wurden im Jahr 1874 auch die hessischen Landkreise neu geordnet und Gebietsreformen umgesetzt.

 

Der Landkreis Gießen wurde auf Kosten kleinerer Landkreise deutlich vergrößert. Nahezu unverändert blieb der Landkreis Gießen in seiner territorialen Form im Kaiserreich und in der Weimarer Republik bis ins Dritte Reich hinein.

 

 Das Gebiet des Landkreises Gießen im Jahre 1874.
Die NS-Statthalter in Hessen verfügten 1938 die Auskreisung größerer Städte aus ihren bisherigen Landkreisen. So wurde 1938 der Stadtkreis Gießen gebildet, dem 1939 per Dekret aus dem Landkreis Gießen noch die Gemeinden Wieseck, Kleinlinden sowie die Gemarkung Schiffenberg zugeordnet wurden.  Das Gebiet des Landkreises Gießen im Jahre 1939.
 

In jener Form der territorialen Zuordnung blieb der Landkreis Gießen im Wesentlichen auch in der Nachkriegszeit erhalten. Erst in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren wurden auf freiwilliger Basis Gemeindezusammenschlüsse und kleinere Gebietsreformen durchgeführt.

 

So schloss sich Kinzenbach aus dem Landkreis Wetzlar 1967 der Gemeinde Heuchelheim an, die Gemeinden Lehnheim und Altenhain aus dem Landkreis Alsfeld wurden 1971 ein Stadtteile von Grünberg bzw. Laubach, die Gemeinden Salzböden und Odenhausen/Lahn aus dem Landkreis Wetzlar wurden 1971 Ortsteile von Lollar.

 

Der Landkreis Gießen musste aber auch Verluste hinnehmen, denn 1971 schloss sich Ober-Hörgern der Stadt Münzenberg (Landkreis Friedberg) an und die Gemeinden Allendorf/Lahn und Rödgen schlossen sich der kreisfreien Stadt Gießen an.

 

 Das Gebiet des Landkreises Gießen im Jahre 1971.

Zum 1. Januar 1977 wurde aus den Städten Gießen und Wetzlar und umliegenden Gemeinden die kreisfreie Großstadt Lahn gebildet.

 

Der Dillkreis und die Reste der Altkreise Gießen und Wetzlar bildeten mit einigen Arrondierungen mit den Nachbarkreisen den „großen“ Lahn-Dill-Kreis mit 350.485 Einwohner und einer Fläche von 1.738 km².

 

Aus der nachfolgenden Karte ist erkennbar, welche territorialen Veränderungen sich ergaben, nämlich auf heutigem Kreisgebiet: der „Fernewald“ und Braunstein kamen hinzu, Rabertshausen II entfiel.

 

 Das Gebiet des Landkreises Gießen vor 1977.
Aus der nachfolgenden Karte ist die Größe der Stadt Lahn und des „großen“ Lahn-Dill-Kreises zu erkennen, aber auch schon die spätere Bruchstelle, sprich: die Kreisgrenze zwischen dem neuen Landkreis Gießen und dem „kleinen“ Lahn-Dill-Kreis. Das Gebiet des Landkreises Gießen im Jahre 1977.

Mit der Auflösung des „großen“ Lahn-Dill-Kreises und der Stadt Lahn zum 31. Juli 1979 wurde im Westen der „kleine“ Lahn-Dill-Kreis mit der Kreisstadt Wetzlar gegründet, im östlichen Teil entstand ein größerer Landkreis Gießen, dem nun auch die Gemeinden Wettenberg (vorher Stadt Lahn) Biebertal (vorher: Lahn-Dill-Kreis) und die vorher ebenfalls zum Lahn-Dill-Kreis zählenden und der Gemeinde Langgöns angegliederten Kleebachgemeinden angehören.

 

Die Stadt Gießen wurde gegenüber dem Vor-Lahn-Status um den Stadtteil Lützellinden erweitert, verlor aber ihre Kreisfreiheit. Gießen und Wetzlar wurden „Sonderstatusstädte“. Dies sind kreisangehörige Städte über 50.000 Einwohner mit einigen Kreisaufgaben.

 

Das Gebiet des Landkreises Gießen im Jahre 1979.
Bis auf kleinere unwesentliche Gebietsveränderungen ist der Landkreis Gießen seit dem 1. August 1979 im nahezu gleichen Territorialzustand mit acht Gemeinden und zehn Städten, zu denen auch die Sonderstatusstadt Gießen zählt. Sitz der Kreisverwaltung ist in Gießen. Das Gebiet des Landkreises Gießen im Jahre 2012.

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