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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

KuhDas Schlachten hochträchtiger Tiere ist künftig verboten. Ab dem 1. September gilt eine Gesetzesänderung des Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetzes, die verbietet ein Säugetier, das sich im letzten Drittel der Trächtigkeit befindet, zum Zweck der Schlachtung abzugeben. Ausgenommen davon sind Schafe und Ziegen. Erlaubt ist auch das Schlachten nach tierseuchenrechtlichen Bestimmungen und im Einzelfall nach tierärztlicher Indikation.

 

„Das Schlachten hochtragender Tiere wurde in den vergangenen Jahren intensiv und kontrovers diskutiert“, berichtet der Dezernent für Veterinärwesen und Verbraucherschutz, Hans-Peter Stock. „Eine verbindliche gesetzliche Regelung zur Einschränkung gab es bisher aber nicht.“

 

Jüngste Untersuchungen in Deutschland weisen darauf hin, dass die Schlachtung hochtragender Rinder kein Einzelphänomen ist. Und das sei ein Tierschutzproblem. „Während der Schlachtung des Muttertieres erstickt, aufgrund des Sauerstoffmangels, das ungeborene Kalb im Mutterleib“, erklärt Dr. Andrea Bartels vom Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz. „Nach wissenschaftlichem Kenntnisstand können wir nicht ausschließen, dass ein Fetus im letzten Drittel der Trächtigkeit dabei Schmerzen und Leiden empfindet.“ Nach dem neuen Tiererzeugnisse Handels-Verbotsgesetz ist das Schlachten des Muttertieres nun erst nach der Geburt erlaubt.

 

Das Schlachtverbot gilt jedoch nicht, wenn die Schlachtung nach tierseuchenrechtlichen Bestimmungen vorgeschrieben oder angeordnet ist. Eine Ausnahme gilt auch für Notschlachtungen zum Beispiel akut verletzter Tiere nach tierärztlicher Indikation.

 

Schafe und Ziegen sind von dem Schlachtverbot bisher noch ausgenommen. Im Gesetzgebungsverfahren wurde dies damit begründet, dass sich deren Haltung grundlegend von der Haltung von Rindern und Schweinen unterscheidet. Auch lässt sich das Stadium der Trächtigkeit nur durch eine Ultraschalluntersuchung bestimmen, die in der Schaf- und Ziegenhaltung nicht praxisüblich ist.

 

Bereits seit Mitte 2015 wurden in Hessen die Daten von Rindern, die im letzten Trächtigkeitsdrittel geschlachtet wurden, systematisch erfasst und dokumentiert. Die Befunde aus den Schlachtbetrieben wurden an die Landwirte zurückgemeldet und dabei die Hintergründe für die Schlachtung des hochtragenden Rindes ermittelt. Bislang gab es aber keine Konsequenzen für die Tierhalter. Dies ändert sich ab dem 1. September mit den neuen gesetzlichen Vorgaben. Verstöße können künftig mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro geahndet werden.

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