Christine Reim und Matthias Michelfelder (links) freuen sich über den Besuch des Denkmalbeirats auf ihrer Hofreite in Dorf-Güll (v.l.): Sabine Scheele-Brenne, Jürgen Reitz, Elke Noppes, Johannes Blei und Dr. Michael Buss. (Foto: Landkreis Gießen)
Veröffentlicht am: 30.08.2023|Kategorien: Allgemein|

Denkmalbeirat des Landkreises Gießen besucht Hofreite in Dorf-Güll

Mitglieder sind beeindruckt vom wirksamen Einsatz für das ehemalige Gasthaus

Der Denkmalbeirat des Landkreises Gießen besucht regelmäßig Denkmäler in der Region, deren Sanierung der Kreisausausschuss fördert. Damit will der Beirat die Eigentümer:innen unterstützen und ihnen beratend zur Seite stehen. Zuletzt haben sich die Mitglieder des Denkmalbeirats die Hofreite von Matthias Michelfelder in Dorf-Güll angesehen.

Mit dem großen hölzernen Eingangstor und der mächtigen ziegelroten Dachfläche bestimmt die Hofreite den Blick von der Hauptstraße aus. Michelfelder saniert das ehemalige Gasthaus „Zum goldenen Löwen“ in Eigenarbeit gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Christine Reim. Hin und wieder unterstützen ihn Freunde dabei. Von Anfang an hat er sich mit großem Engagement in die Thematik eingearbeitet.

Susanne Gerschlauer, Vorsitzende des Denkmalbeirats, fasst den Eindruck vor Ort zusammen: „Für Dorf-Güll ist es ein Glücksfall, dass sich das Engagement der jungen Leute hier so sichtbar niederschlägt. Der Erhalt des geschichtsträchtigen Anwesens ist vorbildlich. Mit der Sanierung des Bestands werden zudem Ressourcen geschont.“

Matthias Michelfelder besitzt das Anwesen seit etwa zwei Jahren. Bevor die Sanierung richtig losgehen konnte, haben er und seine Lebensgefährtin das damals verwahrloste Gehöft von Büschen, Sträuchern und Schutt befreit. Viele Hänger haben sie gefüllt und abgefahren, bevor sich ein Gesamtbild des Gebäudezustands ergab. Erst dann konnten sie die Dachflächen sanieren, um die Bausubstanz zu erhalten.

Schon ganz zu Beginn der Sanierung bestand enger Kontakt zur Unteren Denkmalschutzbehörde. Die Mitarbeiterinnen haben Michelfelder zur Dachsanierung oder zur Materialauswahl für die Innendämmung beraten. Die richtigen, meist ökologischen Materialien sind wichtig, um zum einen den denkmalrechtlichen Vorgaben zu genügen und zum anderen, um zeitgemäß und gesund zu wohnen.

Der Bauherr ist überzeugt: „Die Beratung durch die Denkmalbehörde im Vorfeld und während der Sanierung hat uns viele Nerven erspart und den richtigen Weg aufgezeigt.“

Der Vierseithof in der Hof-Güller-Straße 21 besteht aus einer großen Scheune, an die seitlich zwei ehemalige Stall- und Wirtschaftsgebäude angrenzen. Die vierte Seite bildet das langgestreckte Wohngebäude. Die graugrün verputze Fassade fällt durch die regelmäßige Fensterreihe direkt ins Auge. Im alten Saal des Gasthauses sind noch zeittypische Farbgebungen mit floralen Mustern an den Wänden erhalten. Zudem gibt es Ausstattungselemente der älteren Nutzung wie die Holzverkleidung der Wand.

Das Anwesen stammt größtenteils aus dem frühen 19. Jahrhundert. Das Ensemble steht aus städtebaulichen und geschichtlichen Gründen als Kulturdenkmal unter Schutz. Im Sinne des Denkmalschutzes bewahrt der Bauherr den besonderen Charakter der Gebäude.

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